Publikationen meiner Arbeit :
  1. Fußreflexzonentherapie: Mehr als nur Fußmassage

    Orthopädieschuhtechnik / Zeitschrift für Prävention und Rehabilitation 3/96

  2. Ordnen der Wirbelsäule ohne Druckaufwand / Die modifizierte Dornmethode

    Heilpraxismagazin 9/98 / Die unabhängige Zeitschrift für Naturheilkunde

  3. Wirbelsäulenbehandlung mit Ki /
    Ordnen der Wirbelsäule ohne Druck und ohne Arm- und Beinpendeln


    Zweiter deutscher Wirbelsäulenkongress der DORN-Methode Kongressbericht: Vorträge 10 / 1999

  4. Ordnen der Wirbelsäule ohne Druckaufwand — mit Ki /
    Die modifizierte Dornmethode am Beispiel der Halswirbelsäule

    - Einführung in die "Rückenschule mit Ki"
    - Stabilisierung der geordneten Wirbel mit Ki, um einen dauerhaften Erfolg zu ermöglichen

    Dritter deutscher Wirbelsäulenkongress der DORN-Methode: Kongressbericht Vorträge 10 / 2001

1. Fußreflexzonentherapie:

Mehr als nur Fußmassage

Die Füße bilden nicht nur das Fundament, auf dem der Mensch steht. Am Fuß spiegeln sich auch die verschiedenen Körperregionen. Die Fußreflexzonentherapie macht sich diesen Zusammenhang für die Behandlung von Krankheiten und Beschwerden zunutze.

Bei der Fußreflexzonentherapie werden nicht nur die Füße, sondern der ganze Mensch behandelt. Neben einer lokalen intensiven Durchblutung kann eine Heilung oder Verbesserung gestörter Organ- oder Gewebsfunktionen bewirkt werden. Möglich wird dies durch die Reflektierung des gesamten Körpers im Fuß. Fußreflexzonen haben jedoch nichts mit streng definierten Nervenreflexen zu tun, die durch eine Massage ausgelöst werden. Die Grundidee ist das Bild des sich selbst in den Füßen gegenübersitzenden Menschen. Das heißt, beide Füße zusammengenommen bilden einen holografischen Spiegel. Deshalb findet man die Reflexzonen nicht nur an der Fußsohle, sondern am ganzen Fuß.

Erst die Füße als Ganzes ergeben das gesamte Bild. Um die Lage der Reflexzonen genau bestimmen zu können, sind sowohl die Füße als auch der Körper in 10 vertikale und 3 horizontale Zonen geteilt.

Schmerz als Wegweiser

Eine wichtige Rolle bei der Fußreflexzonentherapie spielt der Schmerz sowie die Spürfähigkeit des Therapeuten beim Tastbefund. Sämtliche Körperfunktionsgruppen werden dabei am Fuß abgetastet: Kopfzonen, Wirbelsäule und Schultergürtel, harnableitende Wege, Atmungstrakt und Herz, Verdauungstrakt, Lymphsystem und Endokrinum. Mit einem speziellen Handgriff können schmerzhafte Zonen aufgespürt werden, die wiederum Hinweise auf gestörte Körperfunktionen geben.

Bei diesem Griff wird in der Regel mit dem Daumen gearbeitet, der in leicht gebeugter Stellung ins Gewebe gedrückt wird. Dieser Grundgriff nach Marquardt eignet sich sowohl zum Auffinden der belasteten Zone als auch, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Dabei ist es wichtig, daß der Daumen nicht nur mechanisch am Fuß bewegt wird, sondern man aus dem Körper heraus arbeitet. Das ist nicht nur für den Patienten wichtig, sondern auch für den Therapeuten. Anders kann die Kraft, die dabei benötigt wird, nicht über längere Zeit aufgebracht werden. Es bestünde die Gefahr, daß der Therapeut verkrampft und die Behandlung nicht mehr optimal ausführen kann.

Alle abnormen Erscheinungen am Fuß bezüglich Farbe, Form, Gewebetonus und Temperatur können Anzeichen einer körperlichen Störung sein, wenn sie längere Zeit bestehen. Liegt eine Deformation der Knochenstruktur am Fuß vor, so findet sich meist auch am Körper die entsprechende Fehlstruktur. So hängt ein durchgetretenes Quergewölbe meist mit dem Schultergürtel und den Atmungsorganen zusammen. Bei einem Hallux valgus findet man meist eine Belastung im Bereich der Halswirbelsäule. Beim Pes planus leidet die gesamte Wirbelsäulenzone unter einer Fehlspannung. Im Bereich der Zehennägel weisen Nagelmykosen und Abnormitäten bezüglich Form und Farbe auf eine Kopfbelastung hin.

Stauungen im Gewebe, zum Beispiel im Knöchelbereich, sind oft bedingt durch Fehlfunktionen der Nieren oder des Herzens. Sie können aber auch reflektorisch auf Beschwerden im Beckenbereich oder der Hüftgelenke hinweisen.

Im Hautbereich ist die Lokalisierung der Veränderung wichtiger als die Art der Veränderung. So deuten Hühneraugen im Bereich des Kleinzehengrundgelenkes auf eine Belastung der linken Schulter hin. Weiterhin sind Mykosen, Rhagaden, Warzen, Krampfadern, Pigmentstörungen, Fußschweiß, Narben etc. von Bedeutung.

Intensives Verhältnis zwischen Therapeut und Patient

Das Auffinden der belasteten Körperregionen durch ihr Spiegelbild am Fuß gehört bei der Fußreflexzonenmassage schon zur Therapie. Auch dabei kommt es vor allem darauf an, durch die Massage oder Reizung der Zone die entsprechende Körperregion anzuregen. Ein großer Druck oder eine starke Massage ist dabei nicht immer nötig.

Eine weitere therapeutische Ebene erschließt sich, wenn man die Zonen nur als Eingangspforten benützt und die Druckimpulse gezielt in den jeweiligen Körperbereich "hineinlaufen" läßt. Je nach Sensibilität des Therapeuten und des Patienten wirkt dies auch ohne mechanischen Druck.

Läßt man die ganze Aufmerksamkeit betont in diesen Körperbereich fließen, läßt sich die Wirkung noch steigern. Übertragungen des jeweiligen Körpergefühls finden statt, je nachdem wie viel man zuläßt oder es steuert - oder steuern läßt. Wenn man so behandelt, ist es gut, einen höheren Bezug im Sinne einer Religio zu haben. Sich die Hand durch Intuition führen zu lassen hat etwas damit zu tun. Eigenmächtigkeit kann man so versuchen, zu reduzieren.

Im Unterschied zu Injektionsanwendungen sind bei manuellen Therapien Rhythmus und Berührungsintensität des Behandlers von entscheidender Bedeutung.                                       Bei Injektionsanwendungen ist ein kurzer Moment der Kunstfertigkeit erforderlich.              Bei manuellen Therapien und Fußzonenbehandlung im besonderen ist das eine längere persönliche Begegnung. Gerade über die Füße ist ein besonders intensiver Kontakt möglich. Füße sind meist unbeachtet und vernachlässigt, doch auf den Fußsohlen ruht der ganze Mensch und es besteht dort eine gewisse Offenheit, weil man sonst darauf steht und sie dadurch geschützt sind.

Der Gesamtperson des Therapeuten kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Selbst bei gleicher Ausbildung und gleich erlernten Griffen kann die Behandlung sich jeweils ganz anders anfühlen, und zwar deshalb, weil die rein äußerliche Behandlung durch die Person des Therapeuten eine ganz individuelle Qualität und Färbung erhält.

Keine eindeutige Diagnose

Für schmerzhafte Zonen gibt es meist verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Wenn nach einer langen Autofahrt die Augenzonen schmerzhaft sind, so handelt es sich beispielsweise um eine augenblickliche funktionelle Überbeanspruchung des zugehörigen Organs. Es können sich aber auch funktionelle und organische Erkrankungen des zugehörigen Körperorgans manifestieren. Über die Fußreflexzonen lassen sich auch energetische Dysbalancen, die klinisch noch nicht nachweisbar sind, nachvollziehen.

Aussagen über Ursache, Art und Dauer der Belastung können durch den Tastbefund nicht getroffen werden. Fußzonen können in der Diagnostik nur als zusätzliches, nicht jedoch als alleiniges Hilfsmittel eingesetzt werden. Andererseits kann der Tastbefund auf Probleme aufmerksam machen und der Therapeut kann seinem Patienten empfehlen, einen Arzt aufzusuchen, um sich eingehender untersuchen zu lassen.

In gewissem Umfang kann über die Fußzonen aber auch Ursachenforschung betrieben werden. Als Symptomzonen bezeichnet man Zonen am Fuß, die Körpergebiete widerspiegeln, an denen sich die hauptsächlichen Beschwerden äußern. Kopfbeschwerden äußern sich zum Beispiel in den Kopfzonen.

Hintergrundzonen sind Zonen am Fuß, die Körpergebiete widerspiegeln, die ursächlich an den Beschwerden beteiligt sind. So werden bei Kopfschmerzen sowohl die Kopfzonen als auch die ertasteten Hintergrundzonen durchgearbeitet.

Dies kann bei vegetativer Belastung und Streß zum Beispiel die Solarplexus-Zone sein. Weitere Ursachen können in der Statik der Wirbelsäule, in den Gelenken, in der Belastung der Verdauungsorgane, bei Erkältungen oder Entzündungen im Zahn- oder Kieferbereich liegen. Durch das Durcharbeiten aller belasteten Zonen werden so nicht nur die Symptome sondern auch ihre Hintergründe therapiert.

Therapie wirkt auf den ganzen Körper

Die klassische Anwendung erfolgt ohne Öl und Creme. Beides würde den Befund verfälschen, da sie die Gewebespannung der Haut verändern und der Therapeut die Problemzonen nicht genau spüren kann. Neben einer vermehrten Durchblutung der angeregten Körperregionen kann die Fußreflexzonenmassage auch Auswirkungen auf den gesamten Organismus und das Befinden des Patienten haben. So kommt es zu einer intensiven Entspannung, bzw. tiefem Schlaf. Die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit nimmt zu.

Die Fußzonenbehandlung kann aber auch auf der Haut zu übelriechendem Schweiß und zu Eiterbläschen führen. Die Niere kann eine erhöhte Harnmenge ausstoßen. Es kann zu einer Harntrübung kommen und der Geruch kann intensiver werden. Auch die Darmtätigkeit kann angeregt werden. Im Nasen-, Rachen- und Bronchialraum kann es zu einer Sekretabsonderung kommen.

Auch alte Krankheiten können im Sinne einer Heilkrise wieder aufflackern, bevor sie endgültig ausgeheilt werden. Im seelischen Bereich kann es nach einer Behandlung zu einer Umstimmung kommen.

Zur Behandlung der Füße sind auch Rollen, Matten oder Platten mit Gummiborsten auf dem Markt, die teilweise elektrisch angeschlossen werden können. Hierbei handelt es sich allerdings um eine unspezifische Allgemeinanwendung, die keinesfalls eine sachgerechte Behandlung ersetzen kann. Es muß sogar zur Vorsicht vor einer Überdosierung geraten werden.

Reflexzonenmassage hilft bei vielen Beschwerden

Die Methode ist gut einzusetzen bei Wirbelsäulenbeschwerden, beispielsweise bei Bandscheibendegeneration, Gelenkbeschwerden, Über- oder Unterfunktion des Verdauungssystems, bei Kopfbeschwerden verschiedener Ursache, (z.B.Migräne) und funktionellen Störungen des Atmungstraktes (z.B. Asthma). Bei schweren degenerativen Erkrankungen, wie Morbus Bechterew, Parkinson oder bei Krebs, können Begleitbeschwerden wie starke Schmerzzustände verbessert werden.

Die Fußreflexzonentherapie eignet sich aber auch hervorragend zur Prophylaxe. Man kann Erschöpfungszuständen vorbeugen, sowie Über- und Unterfunktionen von Organen schon im Anfangsstadium ausgleichen.

Nicht geeignet ist die Reflexzonentherapie bei Entzündungen im Venen- und Lymphsystem, bei infektiösen und hochfieberhaften Erkrankungen, M. Sudeck am Fuß, Gangrän am Fuß, ausgedehnten Mykosen oder Ekzemen am Fuß sowie bei Psychosen, zum Beispiel bei einer manisch-depressiven Psychose.
 

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